Kein leichtes Spiel

2000

Die fast vier Meter hohe und knapp 64 t schwere Stahlskulptur „Kein leichtes Spiel“ von Ansgar Nierhoff steht auf dem Rothaarkamm als überraschendes Zeichen mitten im Wald für den Konflikt zwischen den über Jahrhunderte territorial, sprachlich, kulturell und konfessionell getrennten Regionen Sauerland und Wittgenstein. Eine massive Stahlwand ist in ein großes zentrales Tor, zwei kleinere Tore und zwei Blöcke aufgelöst worden. Der Betrachter kann sehen: alle Teile passen ineinander, schaffen ein Drinnen und Draußen und fordern zum Begehen auf. Der Dialog zwischen den Einzelformen der Skulptur wird durch den Dialog mit dem sie umgebenden Raum, der Natur, vervielfacht. Dieser Kontrast ermöglicht Entdeckungen, Vergleiche und Erinnerungen, für jeden Besucher verschieden. Der so bezeichnete Ort, unweit einer Wegekreuzung an alten Grenzen, lässt Wanderer an der Gemeinsamkeit der ehemals entzweiten Regionen und der Überwindung von Grenzen teilhaben.

Ansgar Nierhoff

Ansgar Nierhoff (1941-2010) gehört zu den wichtigsten deutschen Stahlbildhauern. Nach seinem Studium an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Norbert Kricke wurde er durch seine Deformationen von Edelstahl-Hohlkörpern schnell bekannt. Ab 1977 erfand er die Rollungen und Entrollungen, Faltungen und Entfaltungen. Danach folgten die geschmiedeten Arbeiten wie z. B. Streckungen, Polyeder, Bündelungen und die mehrteiligen Skulpturenensembles. Von 1988 bis 2008 war Nierhoff Professor für Bildhauerei an der Akademie für Bildende Künste der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Er lebte von 1965 bis zu seinem Tod in Köln.

Künstler

WDR Fernsehen west.art Meisterwerke
Ein Film von Martina Müller
Erstsendung am 11. Oktober 2011, WDR

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