Hexenplatz

2003

Schornsteine, die aus dem Waldboden ragen, eine Wetterfahne, Tore aus großen Ofengabeln und ein von aufgeklappten Zauberbüchern umstellter riesiger Hexenkessel in einem kleinen, von Wegen umfangenen Tal – Lili Fischer besetzt den von altersher als „Hexenplatz“ bekannten Ort mit den Relikten eines vermeintlich versunkenen Hexendorfes.Ihre Arbeit gibt Zeugnis vom Mythos Hexe und versetzt Wanderer in eine Welt der Märchen und Magie. Gleichzeitig macht er jedoch auch auf die reale grausame Verfolgung von Menschen während der Zeit der Hexenprozesse aufmerksam: Auf der anderen Seite der Talsenke befindet sich der „Verhörplatz“, auf dem einst vermeintliche Hexen zum Tode verurteilt wurden.

Lili Fischer

Lili Fischer ist vor allem durch ihre Performances und Installationen bekannt geworden, die in den Zwischenbereichen von Natur und Heilkunde angesiedelt sind und diese geheimnisvoll und sagenhaft überhöhen. Ihre mit Ernsthaftigkeit aber auch Humor vorgetragenen Aufführungen spiegeln ein Naturverständnis wider, das auf alten, traditionellen Erfahrungen basiert. Die Künstlerin hat eine Professur für Performance und Feldforschung an der Kunstakademie in Münster und wohnt und arbeitet in Hamburg.

Künstler