„Über den Teichen“ von Andreas Oldörp – zum Konzept

Der Standort liegt in Schmallenberg-Grafschaft, unweit des dortigen Klosters. Bei ersten akustischen Recherchen hat er sich als besonders geeignet erwiesen, weil von dort durch Setzung einer gebündelten Klangquellengruppe ohne besondere Lautstärke das gesamte Tal bespielt werden kann. Zum zweiten ist die Installation dort vom Wanderweg aus noch in den nächsten Jahren fast immer einsehbar.

Als Klangquellen sind 6 speziell entwickelte Kupfer-Pfeifen und ein "Kamin" (Pfeife ohne Kern) zum Ansaugen der Luft installiert worden. Die einzelnen Pfeifen bestehen aus einem 5 m langen "Fuss" aus Cu-Rohr (Durchmesser 89,9mm x 2mm), das mindestens 1,5 m im Erdreich und in voller Länge innen mit Stahlrohr verstärkt ist. Innen durch einen Schaft verbunden, sind die Pfeifen (Länge 3 m) justierbar aufgesetzt. Ihre Wandstärken sind der zu erwartenden Beanspruchung angepasst.

Als Bild ergibt sich eine kreisförmige Gruppe glänzend leuchtender schlanker Stäbe mit dem Labienbereich als einziger Gliederung und Hinweis auf die Klangerzeugung. Die zunehmende Patinierung hat den skulpturalen Anteil im Laufe der Zeit immer weiter in die Umgebung eingebunden.

Allein durch die in diesem Umfeld unerwartete technische Exaktheit wird sie aber auch optisch bemerkbar bleiben.
Zur Klangerzeugung wird ein für den Dauerbetrieb modifiziertes Orgelgebläse verwendet (380V, ca. 200W). Dafür wurde eine Stromzuleitung unterirdisch verlegt, um zusätzliche Eingriffe in das Landschaftsbild zu vermeiden.

Andreas Oldörp, Hamburg