„Stein-Zeit-Mensch“ von Nils-Udo – zum Konzept

Nils-Udo gehört zur ersten Generation der Künstler, welche die Notwendigkeit einer neuerlichen Hinwendung zur Umwelt verspürt haben. Sein 1978 in der Lüneburger Heide geschaffenes, riesiges Nest aus Erde, Steinen, Birkenstämmen und Gras wurde zu einem signifikanten Kunstwerk dieser Richtung.

"Die Sensationen sind allgegenwärtig. Als Realist brauche ich sie nur aufzuheben, aus ihrer Anonymität zu erlösen. Die Utopien liegen unter jedem Stein, auf jedem Blatt, hinter jedem Baum, in den Wolken und im Wind..." schreibt der Künstler.

Auch für die Arbeit ,Stein-Zeit-Mensch' hat Nils-Udo etwas aus der Anonymität erlöst: Er fand einen 150 Tonnen schweren Felsen im Raumländer Steinbruch und wusste sofort: Das ist es!

Dass er mit diesem Fund sich und den Organisatoren des Waldskulpturenwegs auch ein äusserst kompliziertes und zu Beginn nicht einzuschätzendes Abenteuer einbrockte, war damals so noch nicht zu übersehen. Heute, nachdem die Schwierigkeiten hinter uns liegen, wissen wir was es bedeutet, 150 Tonnen Quarzit zu stemmen.

Die Arbeit aber, die entstanden ist - der aus seiner Anonymität befreite Felsbrocken -, lässt in seiner Grösse und Eindringlichkeit alle Probleme und Mühen des Entstehungsprozesses vergessen. Hier ruht er auf seinem Sockel, schwer und überwältigend, umfriedet von der Architektur voluminöser Baumstämme, die an einen archaischen Tempel erinnert: Monumental, der Natur gegenüber gestellt, ihr aber auch eng verbunden.

Dr. Uwe Rüth, Marl (Kurator)