„Hexenplatz“ von Lili Fischer – zum Konzept

Eine kleine ovale Talsenke im tiefen Wald: Fichtendickicht, ein durchfliessender Bach, umrandet von einem Weg, zu dem aus allen Himmelsrichtungen Wege führen - das ist der Hexenplatz! Hier haben einst Hexen getanzt - nachzulesen in alten Quellen um 1600.

Man geht auf das Hexentor zu: 2 schräg gestellten 2-zackigen Gabeln, deren Zinken oben miteinander verschränkt sind.

Gleich links sieht man eine Schieferschwelle, die den Zugang zu einem runden Platz (ca. 7 m Durchmesser) weist: hier befindet sich die Hexenküche. In der Mitte des Platzes ragt in 50 - 70 cm Höhe der Rand eines grossen Kupferkessels heraus (Durchmesser: ca. 2,5 m).

Man setzt sich auf den Rand des Kessels und stellt sich vor, wie hier Frauen nachts brauten ... Unwetter oder Hexensalben, um damit nachts auf den Tanzplatz zu fliegen.
 
Neugierig geworden umwandert man den grossen Hexenplatz, entdeckt Heugabel - Tore, herausragende Ofenrohre mit aufgesetzten Spitzdächern - als ob unter dem Morast eine Landschaft von Breughel verborgen wäre ...
 
Auf einem Spalier von 13 rötlichen Fliesen in Betonrahmen kann man Protokollauszüge von Hexenprozessen nachlesen, die hier in der Gegend stattfanden: Beinschrauben, Schadenszauber oder wer sich wann mit wem zum Teuffelsdanz hier traf und "bohlierte" ... Gebührenordnung für Fingerabschlagen, Hinrichtungen ...

Lili Fischer, Hamburg