Magdalena Jetelová hat als Bildhauerin, Fotografin, Zeichnerin und Künstlerin der Neuen Medien ein breites und umfassendes Werk erarbeitet. Vom einfachen aber aussagekräftigen ‚Zeichen’ bis hin zur komplizierten Laser- und Videoarbeit beziehen sich ihre Werke auf die Problematiken von Raum, Materie und Zeit. Trotz der großen Unterschiedlichkeit ihrer Materialien und Techniken redet sie in einer für sie typischen künstlerischen Sprache. Sie gehört damit zu den bemerkenswertesten und kraftvollsten künstlerischen Persönlichkeiten der aktuellen Kunst.
Mit ihrer für den Waldskulpturenweg geschaffenen Großplastik „Was war zuerst?" setzt Magdalena Jetelová ein Zeichen in den Naturraum, das als Symbol eindeutig, als Körper entmaterialisiert und durch seine übergroße Dimension Raum beherrschend in die Weite der Landschaft hinein wirkt. Die Form des Ei - Ausgangselement des Lebens und Urform der Natur - ist durch seine Beschichtung mit Blattgold optisch als Lichtreflexion so präsent, dass es in seiner Ausstrahlung zum geheimnisvollen Element der landschaftlichen Situation wird: Licht und Raum werden auf diese Weise sinnlicher Teil der Leben hervorbringenden und erhaltenden Natur.
„Was war zuerst?" entspricht in seinen Proportionen durchaus dem bekannten Hühnerei, ist in der Höhe und im Durchmesser jedoch rd. einhundert Mal größer. Die Höhe der Skulptur erreicht stattliche 6,50 Meter, und an seiner stärksten Ausdehnung beträgt der Durchmesser immerhin rd. 4 Meter. Für die Standsicherheit der Skulptur wurde ein Fundament aus Stahlbeton errichtet. Die Stabilität der Skulptur selbst wird durch ein Stahlskelett im Inneren gewährleistet; die Oberfläche besteht aus Kunstharz bzw. Gießharz mit Glasfasereinlage und wurde im Laminierverfahren im Atelier von Magdalena Jetelová modelliert.